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Donnerstag, 16. Mai 2013

Wir leben uns immer noch ein und jetzt auch wieder auf dem Wasser!

Lesen tut man nicht sehr viel über das Einleben nach einer Auszeit - wie lang auch immer diese gewesen sein mag. Wir - das geben wir offen und ehrlich zu - finden das Ankommen und Einleben mit am schwierigsten. Beklagen können wir uns nicht, so haben wir schnell wieder neue Jobs gefunden und das sogar in der Nähe unseres Wohnortes. Schön, so bleibt uns ein Umzug erspart und die Nähe zum Meer und damit zu Fritsjen erhalten. Doch so wirklich 100%ig angekommen sind wir auch nach einem guten halben Jahr kaum. Oft denken wir an unsere Reise, an die tollen Erlebnisse und an die vielen neuen Freunde und Bekanntschaften. Diese pflegen wir, mit ihnen schwelgen wir gemeinsam in unseren Erinnerungen. Aber nicht nur der neue berufliche Alltag und die dadurch bedingt abhanden gekommene Freiheit macht uns das Leben schwer, auch wir müssen uns erst einmal wieder an das Segeln in heimischen Revieren gewöhnen. Waren wir doch letztes Jahr stets vor oder nach der Saison unterwegs, so sind wir hier wieder absolut IN der Saison unterwegs, wie z.B. über den 1. Mai oder Himmelfahrt. Waren wir letztes Jahr meist das einzige Schiff im Hafen oder eines von wenigen, so teilen wir uns nun den Hafen mit x anderen Freizeitseglern. Besonders deutlich wird uns dies Himmelfahrt, wo Segler wie an einer Perlenkette aufgereiht Richtung Maasholm, Schleimünde oder Sonderborg aufbrechen. Wir sehen diese Autobahn, gucken uns an und beschließen, das ist uns zu voll, wir fahren woanders hin. Doch den Gedanken haben wir natürlich nicht alleine und so laufen wir mit zahlreichen anderen Booten abends in Marstal ein. Im Hafen ist reger Trubel, ebenso in den Sanitäreinrichtungen. Alles Dinge, die wir ganz vergessen hatten. Natürlich genießen wir den Plausch und das gemütliche Beisammensitzen mit Clubkameraden im Cockpit. Auch freut man sich über viele bekannte Gesichter, die man spontan in Marstal trifft. Doch es ist für uns wirklich wieder ungewohnt, dass alles wieder einfach und organisiert ist. Das Hafengeld wird direkt beim Anlegen kassiert, man spricht deutsch. Ein kleiner Plausch, wo kommt man her, wo will man hin, fällt natürlich weg - bei der Masse an Leuten. Auch diese allmorgendliche Hektik war uns nicht mehr präsent. Wir ließen uns von der Hektik aber nicht anstecken, sondern ganz im Gegenteil, wir liefen nicht um 8 Uhr aus, sondern drehten uns noch mal um, nahmen ein kühles Bad für 10 DKK (ob wohl zu viele vor uns geduscht hatten?) und gingen dann frisch und munter in die City von Marstal. Wir kauften leckere dänische Brötchen, ein paar Birkes, noch ein Kanelsnegl (Zimtschnecke) für unterwegs und dann gab es ein schönes Frühstück in der Sonne. Herrlich! Und der Hafen wurde auch zunehmend leerer! Wie schön. 

Hinsichtlich einer Sache müssen wir uns allerdings nicht umgewöhnen: das Wetter! Es scheint so zu bleiben wie auch im vergangenen Jahr. Hatten wir auf dem Hinweg fast weniger Wind als angesagt, so trat für den Rückweg genau das Gegenteil ein. Der Wind sollte aus S bis SW kommen, er kam aus W. Prima, damit war Maasholm gestorben, wir nahmen gleich Kurs Kiel auf. In Böen waren 20 Knoten angesagt. Mmh, die hatten wir konstant und die Böen lagen doch deutlich darüber. Naja, das waren Zustände, wie wir sie aus dem vergangenen Jahr her kannten, der Wind kam für uns natürlich von vorne, aber aufgrund unser Routenänderung konnten wir zumindest Kiel anliegen.

Wir werden uns Pfingsten wieder in Getummel stoßen und sind gespannt, ob wir durch die zwei vorangegangenen Wochenenden schon ein wenig akklimatisiert sind….

In Sachen Schweinswalen werden wir natürlich auch dieses Jahr unterwegs sein, selbst hoffentlich viele Sichtungen melden, aber auch nach wie vor über die Sichtungsaktion informieren. Dazu werden wir ab sofort in den Häfen eine kleine Flyerbox bei uns am Bugkorb haben. Und natürlich den Pfingstsonntag entsprechend zelebrieren - es ist der 11. Internationale Tag des Ostseeschweinswals! Anlässlich dieses Tages gibt es auch im Ozeaneum in Stralsund einige Aktionen. Mehr dazu hier.


Unsere Beiträge aus der Vorbereitungszeit findet ihr jetzt hier.