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Donnerstag, 08. November 2012

Vom k├╝hlen Nass in die Tennishalle

Die 45. Kalenderwoche ist bei uns mit zahlreichen Aktivit├Ąten gespickt. Am Montag ist Jens vom Meeresmuseum Stralsund zu Gast an der Kieler Uni. Er referiert im Rahmen des Umweltkolloquiums zum Thema Schweinswale in der Ostsee. Er berichtet ├╝ber die Schweinswale selbst, ├╝ber Gefahren, ├╝ber Forschungsprojekte und ├╝ber m├Âgliche Schutzma├čnahmen. Und so lernen wir wieder ein wenig mehr ├╝ber den Schweinswal, den wir dieses Jahr so selten in natura haben sehen k├Ânnen. Nach dem Vortrag haben wir das Vergn├╝gen und gehen mit Jens sowie einigen seiner Kieler Biologie-Kollegen noch nett etwas essen. Wir freuen uns, dass der Kontakt nach Stralsund mit dem Ende unserer Reise nicht abgebrochen ist und wir auch weiterhin an Aktionen zum Schutze der Schweinswale arbeiten werden. Deswegen werden wir auch sicher in nicht allzu weiter Ferne mal wieder nach Stralsund aufbrechen.

Allzu sp├Ąt wird der Montag Abend nicht, denn wir haben am Dienstag fr├╝h einen Termin: mit Fritsjen im Hafen. Wir wollen Fritsjen schon einmal vom Mast befreien, bevor es dann am Donnerstag aus dem Wasser geht. Wider Erwarten haben wir tollsten Sonnenschein. So sind schnell alle Fallen und sonstigen Tampen abgeschlagen und problemlos ziehen wir den Mast. Die letzte Fahrt ohne Mast in das Nordbecken ist schon komisch. Fritsjen ist mittlerweile komplett leerger├Ąumt und damit gef├╝hlt federleicht. So langsam wird es aber auch Zeit, dass Fritsjen aus dem Wasser kommt, denn der Hafen wird mehr und mehr von M├Âwen belagert. Da haben wir einfach keinen Platz mehr. So war der Steg 5, an dem wir liegen, am Sonntag noch gut zu passieren ohne Vogeldreck unter den F├╝├čen zu haben. Nur zwei Tage sp├Ąter, am Dienstag Morgen, ist dies nahezu unm├Âglich. Egal wo man hintritt - ├╝berall prangt M├Âwenschiet. Wir machen Fritsjen fest und sind happy. Denn wir finden, dass Fritsjen trotz der vielen Segelstunden noch sehr gut aussieht. Das Antifouling ist zwar nahezu komplett abgesegelt, aber ansonsten entdecken wir so gut wie keine Macken oder Ditscher und der Rumpf ist immer noch sch├Ân wei├č.

F├╝r uns hei├čt es nun aber schnell umziehen und dann geht es an die Westk├╝ste - wir bekommen von Jans Freund Claus eine Schleusenf├╝hrung. Das Wetter ist leider nur vormittags sch├Ân gewesen, die Westk├╝ste begr├╝├čt uns mit Regenschauern, einer richtig steifen Brise und gef├╝hlten eisigen Temperaturen. Egal, wir wollen uns die Schleuse ansehen. Claus zeigt uns die neue und alte Schleuse in Brunsb├╝ttel, wir d├╝rfen in die Zentrale und zuschauen, wie die Planung f├╝r den gesamten Kanal gemacht wird - f├╝r Schiffe, die von Ost nach West und f├╝r Schiffe, die von West nach Ost fahren. Wir finden es spannend und staunen wie viele Schiffe doch in eine Schleusenkammer passen. Auch ist es faszinierend die gro├čen Tanker einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Normaler Weise sind es einfach nur "Riesen" und wir f├╝hlen uns in Fritsjen furchtbar klein. Nun stehen wir haben in der Zentrale und k├Ânnen dem Kapit├Ąn quasi auf die Br├╝cke schauen.

Nach unserem Ausflug an die Westk├╝ste geht es dann aber doch wieder zur Ostk├╝ste - Fritsjen wartet und will aus dem Wasser. Jans Kommentar zum Wetter am Krantag: das war ja klar, nach so einem Sommer haben wir auch beim Kranen starken Wind und Regen. Tja, zum Gl├╝ck ist es in Schilksee gesch├╝tzt, so dass wir von den starken B├Âen nicht viel mitbekommen. Der Regenschutz allerdings ist im Hafen von Schilksee noch ein wenig ├╝berarbeitungsbed├╝rftig, denn nass wurden wir recht ordentlich. Problemlos und in Windeseile ging es f├╝r Fritsjen aus dem Nass. Ergebnis: kein Bewuchs, das untere Teil des Saildrives ist noch fest und auch sonst sieht alles gut aus! Wir machen Fritsjen noch sauber und entfernen das Ruder, denn das scheint dringend ein wenig Pflege zu bed├╝rfen. Erstmalig verlassen wir Schilksee und bringen Fritsjen in eine Halle in Friedrichsort. Dort steht Fritsjen warm und trocken und vielleicht kann Fritsjen auch noch mal jemandem beim Tennis spielen zu sehen - denn es ist eine alte Tennishalle und der Fu├čboden ist noch der alte...

Wir sind dann derweil besch├Ąftigt mit R├Ąumen, Reinigen und Verstauen. Und nat├╝rlich mit dem Sortieren der Bilder und Videoaufnahmen damit wir alsbald noch ein wenig von der Reise berichten k├Ânnen.

Unsere Beiträge aus der Vorbereitungszeit findet ihr jetzt hier.