Seitenanfang
Montag, 25. M├â┬Ąrz 2013

Wir zu Gast in Berlin - Ein Abend der besonderen Art!

Wir sind von der Kreuzer Abteilung zur Ehrung der Fahrtsegler 2012 nach Berlin eingeladen worden. Kurz ├╝berlegen wir, ob wir den Weg nach Berlin antreten sollen, doch unsere Neugierde ├╝berwiegt. Wir wollen diesen festlichen Abend der Kreuzer Abteilung einmal miterleben. So geht es f├╝r uns am Samstag nach Berlin. Die Veranstaltung findet im pro arte maritim Hotel direkt an der Friedrichsstra├če statt. ├ťbernachten wollen wir hier nicht, sind uns die Zimmerpreise doch deutlich zu hoch und so bet├Ątigten wir uns im Vorfeld als Schn├Ąppchenj├Ąger im Internet und konnten ein Zimmer in einem super Hotel - auch direkt an der Friedrichsstra├če - zu humanen Preisen ausfindig machen.

Gegen 19 Uhr st├╝rzen wir uns in das maritim Hotel. Mit einem Sekt werden wir empfangen und so langsam trudeln die Fahrtensegler ein. Wir schauen uns um und kennen definitiv niemanden. Komisch, eigentlich bildeten wir uns ein durch unsere Ostseerunde, durch Verein und auch Verbandsarbeit ein paar Leute zu kennen. Aber es bleibt so, wir sehen nur uns vollkommen unbekannte Gesichter. ├ťber den Altersschnitt wagen wir keine Aussage zu machen, doch wir f├╝hlen uns deutlich zu der sp├Ąrlich vertretenen j├╝ngeren Fraktion zugeh├Ârig. Wir haben Gl├╝ck und landen an einem Tisch, wo man sich wahnsinnig ├╝ber neue und vor allem junge Gesichter freut. Gegen 20 Uhr werden dann die ersten Worte vom Obmann der Kreuzer Abteilung Uwe Jahnke an den Fahrtenseglerkreis gerichtet. Hier erfahren wir zu gleich, dass eine Reise von 6,5 Monaten Dauer ja an sich nicht zum Fahrtenwettbewerb passt, aber gn├Ądiger Weise doch ber├╝cksichtigt wurde... ob wir das wohl sind?!?!

Es beginnt mit Ehrungen der Jugend, dann startet das hei├č ersehnte Abendessen - denn uns knurren die M├Ągen ganz ordentlich. Nach der Suppe gibt es eine l├Ąngere Essenspause - denn nun kommen die Ehrungen in Bronze. So langsam wird uns auch klar, warum wir hier niemanden kennen - hier scheint sich die Fahrtenseglerszene aus Berlin zu versammeln. Zwei Vorstandsmitglieder an unserem Tisch berichten, dass man hier immer wieder die gleichen Gesichter sieht. Eine eingeschworene Gemeinschaft also. Es werden von der Jury recht umfangreiche Laudationes abgehalten: gute Seemannschaft, kulturell wertvoll, man hatte mit ung├╝nstigen Wetterbedingungen zu k├Ąmpfen, usw. Einzelne Satzbausteine scheinen des ├ľfteren Verwendung zu finden. Im Bereich Bronze handelt es sich um Reisen oftmals im Bereich der Mecklenburg Vorpommerschen K├╝ste, Bornholm, S├╝dk├╝ste Schwedens, Han├Â-Bucht - alles uns gut bekannte Orte. Dann kommt endlich der Hauptgang - daf├╝r, dass wir im exklusiven maritim Hotel sind, h├Ąlt sich das Essen in Grenzen, aber wir wollen ja nicht meckern, schmecken tut's - also nur Klagen auf hohem Niveau. Nach dem Hauptgang werden die Fahrtensegler geehrt, die die Silbermedaille erhalten. Hier sind auch wir mit von der Partie....obwohl wir wie gesagt zu lange unterwegs waren....und daf├╝r vermutlich auch nicht gen├╝gend Meilen abgerissen haben. Aber, so konnten wir in unserer Laudatio h├Âren, wir h├Ątten doch den Umweltschutzpreis gewonnen - wenn es ihn dann geben w├╝rde. Schade, in der Laudatio wurde nicht einmal unser Anliegen - helft den Schweinswalen! - erw├Ąhnt. Schade auch, an sich h├Ątten wir uns gerne ├╝ber die Medaille gefreut, aber irgendwie wurden wir das Gef├╝hl nicht los, nur bedingt willkommen zu sein.

Nach der Silberrunde folgte dann - 22 Uhr war bereits weit ├╝berschritten - der Nachtisch und dann ging es weiter mit der Gold-Runde und den Wanderpreisen. Es ist fast 24 Uhr als die Ehrungen durch sind. Trotz des netten Tisches an dem wir sa├čen, h├Ąlt uns hier nichts mehr. Wir verbuchen den Abend unter "Erfahrungen sammeln". Die Jury hat sich sicher gr├Â├čte M├╝he gegeben bei der Auswahl der ausgezeichneten Segler und sicher auch bei den Laudationes. Doch irgendwie beschlich uns das Gef├╝hl, dass es sich hier um einen internen Berliner Wettstreit handelte, der nur ab und an mal durch einen "Ausw├Ąrtigen" gebrochen wurde. Zudem fragten wir uns, warum unsere Reise mit etwas ├╝ber sechs Monaten zu lang war, der Commodore Preis jedoch an jemanden ging, der f├╝r seine Weltumseglung ausgezeichnet wurde - ob die weniger als sechs Monate lang war? Vielleicht wissen wir die Laudationes nicht angemessen zu sch├Ątzen, wir h├Ątten k├╝rzere Wortbeitr├Ąge untermalt mit einigen Bildern angemessener und sch├Âner gefunden. Als einmalige G├Ąste einer solchen Veranstaltung steht es sicher uns nicht zu gro├čartig kritische T├Âne zu schwingen, doch soll der Fahrtenwettbewerb eine Veranstaltung ausschlie├člich f├╝r alteingesessene und ├Ąltere Fahrtensegler bleiben? Mit einer Veranstaltung dieser Art wird man sicher nicht viele junge Fahrtensegler anlocken. So werden wir sicher nicht noch einmal diese Veranstaltung besuchen oder uns die M├╝he machen an dem Fahrtenwettbewerb teilzunehmen. Vielleicht sollten wir einfach mal ├╝ber eine Parallel-Veranstaltung nachdenken, f├╝r alle jungen und junggebliebenen Fahrtensegler mit weniger konservativen Einstellungen.

Noch ein Wort zu unseren Segelambitionen 2013: An sich w├Ąren wir nun schon seit ein paar Tagen im Wasser und w├╝rden uns schon fast auf dem Ostert├Ârn befinden. D├Ąnische S├╝dsee, Falsled - da sollte es hingehen. Doch wir mussten die Pl├Ąne ├Ąndern - irgendwie fehlt der Fr├╝hling. So steht Fritsjen "wasserfertig" in der Halle und wartet auf ihn, wie so viele, auf den Fr├╝hling.

Unsere Beiträge aus der Vorbereitungszeit findet ihr jetzt hier.