In Gager sind wir noch frohen Mutes, laufen frühzeitig aus und ziehen das Groß und die Genua hoch. Langsam entfernen wir uns von Rügen, doch irgendwann schläft der Wind vollends ein. Auch dann verzagen wir noch nicht, es ist ja für den Nachmittag Ostwind angesagt. Also motoren wir zunächst aus dem Greifswalder Bodden und hoffen dann auf den Ostwind. Doch zwischen Ruden und der Greifswalder Oie ist immer noch kein Wind. Zunächst genießen wir das Treiben in der Flaute, hoffen wir doch auf Schweinswale. Leider sehen wir nicht einen und gegen 14 Uhr müssen wir uns entscheiden. Auf Wind hoffen und ggf. die Strecke motoren? Ärgerlich ist nur, dass wir in Stralsund kein Benzin mehr gebunkert hatten und in Gager gab es keines. Also ist es nicht sicher, ob wir unter Motor bis nach Swinemünde kommen. Wir entscheiden deshalb schweren Herzens die Fahrt nach Swinemünde zu verschieben und stattdessen nach Freest zu fahren. Dort hatte man uns gesagt, gibt es gute Facilities und Versorgungsmöglichkeiten. Also planen wir, da wir ja rechtzeitig im Hafen sind, einen Einkauf, das Bunkern von Benzin und zu Waschen.

Beim Einlaufen in Freest stellen wir fest, dass der Teil des Hafens, in den wir uns legen wollten, eine Werft ist. Der andere Teil, der frei ist, reicht vom Tiefgang nicht aus. Also legen wir uns zunächst an den Anleger der Kommune und fragen den Hafenmeister. Der kommt auch sogleich vorbei. Wir können an dem Kai direkt liegenbleiben. Strom gibt es auch. Und günstig ist es auch. WC und Duschen gibt es nur, wenn der Hafenmeister da ist - er macht um 17 Uhr Feierabend. Waschmaschine? Ok, nächster Hafen.

Im Hafen von Freest gibt es nur eine Dieseltankstelle. Zunächst statten wir dem kleinen Edeka-Laden des Ortes einen Besuch ab, kaufen einige Kleinigkeiten und fragen nach einer Tankstelle. Denn wir brauchen keinen Diesel, sondern Benzin für unseren Motor. Wir haben nur einen sehr, sehr kleinen Motorraum und selbst der kleinste Diesel findet darin mit Saildrive keinen Platz. Die schlechte Nachricht, es gibt Tankstellen, aber in 10km Entfernung. Gut, dass gerade der Bus kommt, der uns nach Lubmin bringt. Da gibt es aber leider keine Tankstelle. Wir laufen weiter und suchen die HEM Tankstelle, die doch so günstig sein soll. Wir laufen nach Wusterhusen, da sollte eine Tankstelle sein....wir finden keine. Wieder fragen wir einen Autofahrer, der uns mitteilt, ja gleich um die Ecke ist eine. Wir laufen mit unseren Ersatzkanistern weiter und weiter und keine Tankstelle ist in Sicht. So langsam werden wir ein wenig unruhig, ein Bus nach Freest fährt nun nicht mehr (es ist 17.00 Uhr). Zum Glück hatte Jan am Ortausgangsschild von Wusterhusen ein Schild entdeckt mit der Aufschrift "Taxi Lubmin" und sich die Nummer gemerkt. Irgendwann nach langer Suche sind wir so genervt und rufen ein Taxi.

Der Taxifahrer kommt, entschuldigt sich für seine Arbeitskleidung - er wollte gerade Geranien einpflanzen - und fährt uns erst zur HEM Tankstelle (die noch gefühlte vier Kilometer von unserem Standort entfernt war) und dann zurück zum Schiff. Was für ein Tag. Hoffen wir einfach, dass morgen ein wenig mehr Wind kommt. Benzin haben wir zumindest erst einmal genug - wir haben nämlich gleich noch einen dritten 10l Kanister dazugekauft. Und gleich werden wir noch mal schauen, ob es hier im Fischerort nicht auch noch leckeren Fisch gibt.