Die letzten beiden Tage in Kaliningrad sind bunt und entspannt. Thoralf und Lena nehmen uns mit und zeigen uns den Kaliningrader Yachtclub, der ein wenig außerhalb der Stadt liegt. Wir sind begeistert, er liegt sehr idyllisch. Leider gibt es dort nur wenige Liegeplätze. Obwohl die Segler Geld und Arbeitszeit und -kraft in die Hand nehmen würden um hier mehr aufzubauen, liegen ihnen viele Steine im Weg, die dies verhindern. Schade, es gefällt uns sehr gut hier. Bleibt zu hoffen, dass die Kaliningrader Segler sich durchsetzen können und eine Lobby aufbauen können. Je mehr Segler Kaliningrad ansteuern, desto größer sind die Chancen, dass hier doch noch eine neue Marina entstehen kann.
Am Abend werden wir dann total überrascht. Wir sind unter Deck und hören auf einmal ein lautes "Hello". Ein Blick aus dem Cockpit lässt uns erstaunen - eine Fatamorgana? Ein Segler! Und dem noch nicht genug, ein Segler aus Deutschland! Und es bleibt nicht bei einem, es kommt noch ein weiterer. So gibt es noch ein nettes Pläuschen mit den neuen Liegeplatznachbarn. Wir tauschen uns aus, berichten von unseren Erfahrungen. Frank und Doro von der Julius sind auch auf der Ostsee-Runde unterwegs. Wir sind gespannt, wie oft wir sie noch treffen werden.
Ganz früh morgens brechen wir dann auf nach Klaipeda. Trotz der frühen Stunde steht um 4 Uhr Thoralf vor dem Tor der Marina - er möchte noch ein paar Fotos von unserer Abfahrt machen! Wir freuen uns sehr, ihn noch einmal zu sehen und bedanken uns ganz herzlich für die tolle Zeit in Kaliningrad. Auch während der Fahrt im Kanal steht er immer wieder am Ufer und macht Bilder - ein toller Abschied. Das Ausklarieren in Baltijsk geht dann sehr schnell und unheimlich freundlich über die Bühne - das wir einen Tag später als auf den Papieren angegeben abfahren, findet keinerlei Beachtung.
So setzen wir um 9:30 Uhr die Segel und freuen uns über den schönen Ostwind - der prompt einschläft... Um dann nach einiger Dümpellei wieder aufzufrischen - natürlich mit Drehung nach Nord. Wir kreuzen uns mühsam von der Spitze frei, der Wind frischt zwischenzeitlich auf bis zu 18 Knoten auf - zum Glück wohl nur ein lokaler Effekt, denn nach der Landspitze wird es ruhiger, und dann dreht der Wind etwas günstiger, so dass wir auf einem Bug bis morgens um 3 Uhr (die Nacht ist schön, aber bitterkalt...) dem Verlauf der Nehrung folgen können. Dann schläft der Wind komplett ein und wir motoren die letzten Meilen bis Klaipeda, wo wir ziemlich erschöpft ankommen, außergewöhnlich freundlich von den Grenzkontrolleuren begrüßt werden und über eine Dusche und Pfannkuchen zum Frühstück freuen! Das waren 120 Seemeilen in 27 Stunden. Jetzt freuen wir uns auf Klaipeda und Nida.
