Mit Conny und Uwe machen wir uns mit einer der zahlreichen Schnellfähren auf den Weg nach Peterhof. Wenn wir diese wahnsinnig schnellen Geschosse schon selbst auf dem Wasser erleben konnten bzw. mussten, so wollen wir doch auch einmal in den Genuss kommen und uns mit etwas schnellerer Geschwindigkeit als sonst üblich über das Wasser bewegen.
Vor der Admiralität geht es los, an unserem Yachthafen vorbei, Richtung Nordwesten. Dort liegt Peterhof, das russische Versailles, ein Lustschloss und eine Prunkresidenz. Wieder einmal können wir nur ein Wort benutzen um das alles zu beschreiben: Wahnsinn! Vom Fähranleger geht es direkt auf den Palast zu - ein 300m langer Barockbau, vor dem unzählige Wasserfontänen geschmackvoll angerichtet sind. Wir haben Glück und dürfen diesen Wahnsinn bei aller schönstem Sonnenschein erleben. Es sieht beeindruckend aus.
Der Park ist gespickt mit weiteren Prachtbauten und unzähligen Brunnen und Fontänen. Wir machen in mitten der unzähligen Besucher einen ausgedehnten Spaziergang durch den Park. Wir schauen uns das Schlösschen Marli an, die Hermitage, das Monplaisir-Gebäude und das Bad und natürlich die verschiedenen Brunnen wie den Neptunbrunnen, den Sonnen- und Regenschirmbrunnen, den Schachbrettbrunnen und die "Überraschungsfontänen". Dies ist eine kleine Ecke im Park, die besonders Kinder anzieht. Hier kann man es sich auf Bänken gemütlich machen, die jedoch in gewissen Abständen zu einem Springbrunnen mutieren... Auch entdecken wir einen etwas originellen Brunnen, bei dem sich ein Hund in das Becken verirrt hat und bemüht ist ähnlich hoch wie die Enten Wasser zu sprühen. Wir amüsieren uns köstlich, neben den attraktiven architektonischen Elementen, bieten insbesondere die russischen Touristinnen immer wieder ein interessantes Bild. An allen Ecken und Enden wird für ein tolles Foto Halt gemacht. So entdecken wir perfekt gestylte Frauen in Hecken, Tannen und sonstigen Grünpflanzen. Für welchen Katalog diese Fotos wohl gedacht sind?
Pünktlich als der Regen einsetzt sitzen wir wieder im Tragflügelboot und fahren zurück nach St. Petersburg. Hier werden wir Zeuge der Vereidigung der neuen Soldaten auf dem Platz vor dem Winterpalast. Danach sind wir wieder mehr als gefüllt mit verschiedensten Eindrücken und machen uns auf den Weg zum Schiff. Heute soll es in einer kleinen Hütte nahe der Marina Abendessen geben. Denn hier gibt es nicht nur WLAN, sondern auch alle Spiele der Fußball EM zu sehen. So können wir hier entspannt (oder auch weniger entspannt) das deutsche Spiel sehen und brauchen keine Angst haben, dass die Brücken über die Newa schon geöffnet sind und wir nicht mehr zurück kommen.
Den Sonntag lassen wir dann einmal ganz ruhig angehen. Wir sind ein wenig erschöpft von all den Eindrücken und Sehenswürdigkeiten. Deswegen wird ausgeschlafen, gemütlich gefrühstückt und gegen Mittag geht es mit Uwe und Conny per Bus zum Supermarkt. Für den Rückweg gönnen wir uns ein Taxi, denn mit den unzähligen, nicht ganz leichten Taschen und Tüten läuft es sich doch nur sehr unbequem. Auch der Montag steht mehr im Rahmen von organisatorischen Dingen, denn so langsam wollen wir unsere Abreise planen. An sich sollte es Dienstag losgehen. Bei einem erneuten Wettercheck sind wir dessen aber nicht mehr ganz sicher, über 20 Knoten von vorne....das muss nicht sein. Nichts desto trotz versuchen wir das Hafengeld zu zahlen - auch das ist nicht ganz einfach, ist doch kein Mensch im Büro anzutreffen....wir erfahren, dass man gefeiert hatte...Tanken können wir an der Wassertankstelle auch nur, wenn wir mit dem Schiff anlegen. Wir wollten an sich mit unseren drei Ersatzkanistern von der Landseite die Tankstelle betreten, aber das ist nicht rechtens. Naja, wir lassen die russische Bürokratie über uns ergehen und machen das beste draus.
