Nachdem Fritsjen wieder fahrtüchtig ist, bleiben wir noch zwei weitere Tage in Vasa. Denn den ersten brauchen wir um noch einige organisatorische Dinge zu erledigen. Wir müssen unsere Rechnungen begleichen: beim Motorservice und beim Yachtclub. Das Kranen ist glücklicher Weise ausgesprochen günstig. 60 Eur kostet das Schiff und 20 Eur der Mast. Wir sind froh, dass wir noch eine Kiel Sailing City Mütze dabei haben, so können wir unserem Kranchef Mathias noch ein zusätzliches Dankeschön geben. Wir bunkern Benzin und organisieren in der Stadt einen Mietwagen. Denn wir haben beschlossen, unseren Besuch persönlich am Flughafen von Oulu abzuholen. Die Bus- und Bahnverbindungen am Samstag von Oulu nach Vasa oder Jakobstad waren doch alle recht bescheiden. Und so beschlossen wir selbst nach Oulu zu fahren. So würden wir wenigstens mit dem Auto die Küste entlang fahren und ein paar Städte sehen, die wir per Boot vermutlich nicht anlaufen werden. Mehrfach hatten wir gehört, dass die Küste nicht ausgesprochen schön sein soll und so werden auch wir vermutlich in recht großen Schritten nach Haparanda fahren.

Wir buchen die kleinste Mietwagenkategorie und bekommen am Samstag früh zu unserer Freude einen fast neuen Audi A3 mit einer recht komfortablen Ausstattung. Super, so können wir die über 300km nach Oulu ganz entspannt zurück legen. Schnell fahren können wir hier eh nicht, 60km/h, 80 km/h oder maximal 100 km/h sind erlaubt und alle naslang stehen Blitzkameras am Straßenrand. Aber wir wollen auch nicht hetzen, wir wollen uns die Landschaft ansehen - es gibt nicht viel zu sehen außer Natur. Mal sind es eher Kiefernwälder, dann eher Birkenwälder, mal finden wir große Steine in den Wäldern mal kleinere und ab und an säumen bewirtschaftete Felder die Straße. Wir machen einen Stopp in Rahe, schauen uns die Altstadt und den Hafen an. Wir finden, verpasst haben wir hier nichts. Dann geht es zum Flughafen, wo Andreas und Maren um 14.15 Uhr landen. Die kleine Maschine fährt vor und kaum werden die Passagiere heraus gelassen, schüttet es wie aus Kübeln. Das ist keine nette Begrüßung für die beiden. Naja, immerhin sind wir da und empfangen sie in Finnland.

Gemeinsam geht es in die Innenstadt von Oulu. Auch hier sind wir nur bedingt begeistert. Hübsch ist es ja nicht, dazu sind wir viel zu verwöhnt. Deswegen fahren wir Richtung Hafen und finden eine Markthalle und einen Markt. Super! Erst gibt es Pfannkuchen als Mittagssnack und dann kaufen wir Erdbeeren auf dem Markt. Den leckeren Lachs in der Markthalle können wir vergessen, denn beim Essen haben wir die Zeit vergessen und die Markthalle hat nun schon zu. Wir machen uns auf den Weg, stoppen beim K Citymarket und kaufen erst einmal ordentlich ein. Dann geht es zurück nach Vasa. Gegen 22 Uhr trudeln wir im Hafen ein. Fritsjen wird beladen, alle Sachen werden verstaut. Jan und Silja bringen schnell den  Mietwagen zurück und dann gibt es ein richtig schönes Abendessen: Sekt, leckeres dunkles Brot und Lachs. Wir lassen es uns mal wieder gut gehen. Kosten noch ein Schlückchen von dem Wodka, den wir von Herrn Hauser von SatPro zum Abschied bekommen hatten.

Am Sonntag geht es alles gemächlich zu. Wir wollen heute nur 25 Seemeilen schaffen und haben keine Eile. Wir frühstücken in aller Ruhe und brechen dann mittags auf. Mit leichten Winden geht es zunächst durch ein wunderschönes, enges Fahrwasser - das in der Karte nur mit 1m angegeben war. Aber alles passt wunderbar. Im etwas freieren Wasser dreht der Wind - und natürlich wohin? Klar, er kommt mal wieder von vorne. Ok, also kreuzen wir wieder. Bis das Fahrwasser ein wenig enger wird und wir überraschend einen Stein - besser gesagt ordentlichen Felsen - sehen, der kurz vor uns liegt. Dieser war nicht in der Seekarte eingezeichnet und so beschließen wir, dass ein Kreuzen außerhalb des Fahrwassers selbst bei ausreichender Wassertiefe hier recht gefährlich werden kann. Steine sind teilweise nicht mehr eingezeichnet! Das meinten die Finnen also mit "rocky". Sie sprachen alle davon, dass es nördlich von Vasa recht "rocky" werden würde und man das Fahrwasser nicht verlassen solle. Das haben wir jetzt auch verstanden. Also bleibt uns nichts anderes übrig, wir machen den Motor an und motoren die letzten Meilen nach Kümmelskäret. Hier erwartet uns eine wahre Idylle. Eine weitere Yacht ist noch vor Ort, aber ansonsten sind wir für uns. Wir schmeißen den Grill an. Es gibt lecker Ziegenkäse mit Honig, vorzüglichen Portwein, griechischen Salat, Chicken und zum Abschluss ein paar Würstchen mit Käse. Und danach gehen wir gepflegt in die Sauna und genießen ein Bad im kühlen Meer.

Heute ging es mal wieder bei nördlichen Winden weiter bis nach Mässkär - aber dazu gibt es morgen Bilder und einen Bericht.