Nach unserem Stop in Kautokeino brechen wir nach einem üppigen und verdammt leckeren Frühstück auf zum Nordkap. Vor uns liegen noch gut 300 km. Die Fahrt beginnt wieder mit bewaldeten Hügeln, dann wird der Bewuchs weniger und die Felsen nehmen zu. Immer wieder begleiten uns Rentiere auf dem Weg. Wir fahren durch Alta und kommen in eine wahnsinnig tolle Fjordlandschaft. Wirklich beeindruckend. Dann geht es auf die Nordkap-Insel. Ein Tunnel von 7 km Länge führt uns dorthin. Viele Camper sind unterwegs aus Deutschland, Italien, Frankreich und den Niederlanden. Aber es scheinen auch viele skandinavische Touristen auf vier Rädern unterwegs zu sein. Zunehmend häufiger begegnen uns nun auch Fahrradfahrer! Mittlerweile hat sich der Himmel zugezogen, es ist windig und regnet. Unter diesen Umständen die zahlreichen Hügel zum Nordkap mit dem Rad zu erklimmen - das ist schon eine Leistung. Wenn wir zukünftig auf dem Wasser über widrige Bedingungen fluchen und uns mal wieder über unsere unbequeme Art zu Reisen aufregen, dann werden wir nun immer an die Fahrradfahrer denken müssen. Und kommen dann vermutlich zu dem Schluss, dass wir es soo schlecht gar nicht haben. Man kann durchaus noch unbequemer Reisen.
Die Zeit verrinnt sehr schnell und wir brauchen doch länger als gedacht. Aber das soll sich als verdammt gut erweisen. Wir erreichen gegen 16 Uhr das Nordkap. Und so toursitenüberfüllt wie es immer heißt, war es gar nicht. Klar stehen dort Wohnmobile und Camper, klar ist auch, dass das Nordkap viele Menschen anzieht. Aber als wir es erreichen, stehen nur drei Reisebusse auf dem Parkplatz - zwei davon natürlich aus Deutschland ;-) Am Nordkap herrscht ein angenehmes Treiben - von übermäßiger Fülle keine Spur. Mag sein, dass es auch am Wetter liegt. Wir schauen uns den Globus auf dem Felsen an, das eigentliche Symbol des Nordkaps, besichtigen die St. Johannes Kapelle, das thailändische Museum, schauen uns die Grottenbar an und schließlich noch den Panoramafilm über die vier Jahreszeiten am Nordkap. Bei einem Kaffee und Kakao schreiben wir noch ein paar wenige Postkarten und genießen den Ausblick. Den angedachten Spaziergang zum eigentlich nördlichsten Punkt Europas streichen wir - das Wetter ist einfach zu unbeständig.
Die Nacht verbringen wir in unmittelbarer Nähe des Nordkaps, in einem kleinen Fischerdorf. Hier ergattern wir eine winzige Hütte, essen leckeren Lachs und machen noch einen kleinen Spaziergang am Abend. Am nächsten Tag geht es dann recht früh wieder zurück gen Süden. Jetzt, wo wir am Nordkap waren, erscheint Haparanda auf einmal verdammt weit südlich. Vor ein paar Tagen haben wir darüber noch anders gesprochen, da war Haparanda verdammt weit im Norden...
