Naja, wir sind zwar wieder auf dem Wasser, aber nur für kurze Zeit. Auch wir wollen natürlich ein richtiges Absegel-Wochenende erleben. Und da so schönes Wetter angesagt war, gab es am Freitag ein gemütliches erstes Absegeln mit Petell in der Strander Bucht. Bei lauschigen zwei Beaufort freut sich Fritsjen über das Flachwasser und mit gemächlicher Geschwindigkeit fahren wir in der Strander Bucht umher. Auf dem Weg zum Kieler Leuchtturm begegnet uns dann auch noch die Gorch Fock - leider unter Motor und nicht unter Segeln, aber immerhin. Wir haben sie lange nicht gesehen. Ein schöner Anblick. Wir sind ganz begeistert von der tollen Herbststimmung und vor allem von den Temperaturen! Es ist T-Shirt-Segelwetter! Wahnsinn, das hatten wir den ganzen Sommer über nur an wenigen Tagen.

Da auch für Samstag so schönes Wetter angesagt ist, wollen wir noch einmal in See stechen. Ziel ist dieses Mal Kappeln. Da waren wir lange nicht mehr und für einen Herbsttörn ist es immer ein richtig schönes Ziel. Und auch am Samstag haben wir Sonne und wunderbar warmes Wetter. Und dann dazu Wind aus südwestlichen Richtungen - ein Traum! Unter Genaker düsen wir gen Damp, müssen später noch auf die Fock wechseln - aber egal, das Segeln ist traumhaft schön. Der Wind nimmt zu und wir düsen mit sieben bis acht Knoten nach Schleimünde. Unterwegs haben wir Spaß mit einer Bavaria, die scheinbar ihren Traveller noch nicht gefunden hat oder über die Funktion des Travellers noch nicht aufgeklärt worden war. So konnten wir Zeugen von diversen Sonnenschüssen werden und auch eine Patentwende wurde uns geboten - sehr amüsant. Kaum biegen wir in die Schlei ein - begegnen uns ein paar Wolken. Perfektes Timing. In Kappeln warten dann auch schon unsere Clubkameraden Holger und Anja auf uns. Sie haben im Fischrestaurant direkt am Hafen einen Tisch reserviert und so genießen wir ein wunderbar leckeres Essen. Den Abend lassen wir dann an Bord der Drella ausklingen - nett und gemütlich ist es.

Leider hat der goldenen Oktober irgendwie nur sehr kurz Einzug gehalten. Am Sonntag begrüßt uns eine graue Suppe und dazu feinster Sprühregen. Mmmh, das hatten wir uns ein wenig anders vorgestellt. Aber was soll's, so ein Wetter sind wir ja eher gewöhnt, als Sonne, Wärme und ein lauschiges Lüftchen. Nach einem gemütlichen Frühstück mit frischen Brötchen legen wir ab. Wir haben Glück, es ist Nordostwind und so langsam wacht er auch auf. Wir setzen direkt nach Schleimünde das Groß und den Genaker und düsen los. Vorbei geht es an diversen kleinen und großen Schiffchen. Fritsjen ist wieder leicht - wir haben ja nun einiges wieder ausgeräumt - und rennt ganz ordentlich los. Wäre nicht dieser feine kalte Regen, dann wäre es ein perfekter Segeltag. Aber wir wollen uns nicht beschweren, es macht trotz Regen und Kälte Spaß. Außerdem haben wir es ja nicht weit. Nach weniger als vier Stunden sind wir wieder fest in Schilksee. Dort wärmen wir uns kurz auf und dann trotzen wir wieder dem Wetter: wir gehen Eis essen. Köstlich. Das war ein wunderbares Absegel-Wochenende und zum Abschluss konnten wir sogar unsere Erfahrungen und Erkenntnisse der Reise weitergeben: Hajo kam mit Frau an Bord, er wird nächstes Jahr in See stechen, ebenfalls mit einer Banner 30.

Nun noch etwas Organisatorisches: Wir wurden mittlerweile von einigen angesprochen, die unsere regelmäßigen Beiträge bereits jetzt vermissen. Die wird es natürlich in dieser Form nicht mehr geben können, die Reise ist ja nun leider zu Ende und ein Sponsor, der weiteres Segeln finanziert, hat sich bisher noch nicht aufgetan. Nichts desto trotz wird es auf dieser Seite immer wieder kurze Berichte geben, u.a. vom Ostseestammtisch, wo wir hoffentlich viele Segelkameraden des Sommers wieder treffen werden, vom Kranen und vom Winterlager und natürlich von unseren Vorträgen, wann und wo sie stattfinden werden. Auch werden wir die Seite noch um eine Rubrik erweitern: unter Informationen wird es in Kürze die Rubrik "Tipps" geben. Dort werden wir unsere Erfahrungen sammeln und für Nachahmer - wie wir finden - nützliche Informationen bereitstellen.

Insofern gibt es keinen Grund zur Trauer - ab und an kommen noch Berichte. Und wer weiß, vielleicht stechen wir ja doch irgendwann mal wieder zur einer größeren Reise in See....