Wahnsinn! In Ratan genießen wir einen wunderschönen Abend. Wir gönnen uns einen Besuch im dortigen Restaurant und es ist ein voller Erfolg. Es gibt ausschließlich Buffet - und das ist einfach ein Traum. Fisch so weit das Auge reicht, tolle, hausgemachte Küche und abschließend noch Blaubeerkuchen. Danach geht es noch zu einem kurzen Plausch zu unseren Liegeplatznachbarn, einem finnischen Ehepaar aus Kotka. Ein schöner Abschluss des Tages.
Am Dienstag geht es für uns nach Holmsund. Dieser Hafen soll zwar nicht hübsch sein, doch für uns soll es eh nur ein Zwischenstopp sein - wir müssen einkaufen. Der Dienstag begrüßt uns mit dunklen Wolken. Aber das ist uns egal, denn es sind endlich einmal Winde von achtern angesagt! So fahren wir nur unter Fock, denn es sind Böen bis fast 30 Knoten angesagt und der Wind kommt wie gesagt eh von hinten. Schon komisch, es regnet den ganzen Tag, es ist einfach nur grau und wir sitzen im Cockpit und freuen uns. Wir fahren mit guten 6 Knoten nur unter Fock unserem Ziel entgegen und das erste Mal seit gefühlt zig Tagen können wir unser Ziel direkt anliegen. Holmsund erreichen wir schon am frühen Nachmittag. Schnell wird unsere Cockpitpersenning aufgebaut und wir verziehen uns unter Deck während das nasse Ölzeug schön im Cockpit bleiben kann. Nach Kaffee und Kakao und Kuchen machen wir uns fertig, wir wollen zum Supermarkt laufen, der knappe zwei Kilometer entfernt zu finden sein soll. Im Clubhaus schauen wir noch nach einer Straßenkarte von Holmsund - vergebens. Stattdessen gibt es wieder den obligatorischen Eintrag ins Gästebuch und das Hafengeld werfen wir in einen Briefkasten. Und dann erscheint offensichtlich ein Clubmitglied. Er fragt, ob er uns helfen kann und so fragen wir ihn nach dem Weg zum Supermarkt. Da trifft es sich ausgezeichnet, dass er gerade auf dem Weg nach Hause ist und an dem Supermarkt vorbeifährt und anbietet, uns mitzunehmen. Prima, so haben wir einen Weg bei Regen sehr komfortabel zurück gelegt. Im Supermarkt kaufen wir wieder reichlich ein, wer weiß, wann wir wieder die Gelegenheit zum Einkauf bekommen. Naja, wir kaufen so viel ein, wie in die Kühlbox passt. D.h. Unmengen sind es nicht, sondern Essen für maximal drei bis vier Tage. Dann geht es zurück zum Hafen. Wir nutzen die Gelegenheit, im Clubheim steht eine Waschmaschine, die kostenlos uns zur Verfügung steht. Während wir unter Deck sitzen und uns gedanklich schon mit der Vorbereitung des Abendessens auseinandersetzen, sehen wir ein weiteres Schiff in den Hafen einlaufen. Viele Gästeschiffe liegen hier nicht: um genau zu sein, drei: wir, ein älteres schwedisches Ehepaar, das seit drei Tagen mit uns unterwegs ist und ein finnischer Einhandsegler. Und dann kommt ein weiteres deutsches Schiff in den Hafen, und das kommt uns irgendwie bekannt vor. Es sind Moritz und Sarah - wie nett. Wir helfen beim Anlegen, es gibt einen kurzen Plausch und dann wird spontan beschlossen, dass wir in den Ort gehen um dort etwas zu essen zu gehen. Und so landen wir bei mäßig freundlichen Schweden in einem Kiosk und es gibt mal wieder ausgesprochen gesunde Kost: Pizza, Kebab, Burger.
Mittwoch geht es weiter: erst nach Norrbyskär und dann nach Järnäsklubb. Es wird ein gigantischer Tag. Die Sonne scheint, es ist relativ warm, der Wind kommt raumschots. Wir düsen zunächst unter Fock, dann später unter Fock und Groß nach Norrbyskär. Die Insel wurde uns von vielen empfohlen. Wir wollen dort nicht über Nacht bleiben, sondern legen nur an und besichtigen die Insel. Ende des 19. Jahrhunderts gab es hier Europas größtes Sägewerk. Die Insel bot für die Mitarbeiter ein attraktives Lebensumfeld: Wohnungen mit Strom, Schulbildung, Sportvereine. Zu den Höchstzeiten lebten 1400 Menschen auf der Insel. 1952 wurde das Werk stillgelegt und seit dem fungiert die Insel als Museum. Wir schlendern über die Insel, sind beeindruckt von der Idylle und von dem, was hier früher einmal war. In dem Museum zeugt ein riesiges Modell davon, wie es hier mal ausgesehen hat. Am frühen Nachmittag geht es für uns weiter, wir wollen noch bis nach Järnäsklubb kommen. Es ist dieses Mal ein Amwindkurs, aber einfach tolles Segeln. Die Sonne scheint, es sind 10 bis 13 Knoten - toll. Und in Järnäsklubb sind wir die einzigen beiden Segler - Moritz und Sarah haben die gleiche Route gewählt - und hier gibt es ein tolles Restaurant, das wir gleich belegen - weil es einfach soooo schön ist. Es gibt noch einmal gesunde Kost, aber dazu einfach einen tollen Ausblick und den Genuss der Sonne. Wir machen noch einen Abendspaziergang über die Insel und genießen das Wetter. Denn Donnerstag ist schon wieder Regenwetter angesagt...aber immerhin, Mittwoch war ein richtig toller Sommertag!
