Unseren Abend in Pirita versuchen wir bestmöglich zu gestalten, dennoch ist unsere Stimmung einfach am Boden. Wir vertäuen Fritsjen, unruhig bleibt es und statten dem einzigen Restaurant in der hässlichen Betonhochburg einen Besuch ab. Wenigstens gibt es dort etwas zu essen. Die Bedienung ist recht unfreundlich, aber das Essen schmeckt. Das Wlan dürfen wir nicht benutzen - warum auch immer. Aber dafür haben wir ja den russischen Hafenmeister.

Nach einer mäßig ruhigen Nacht machen wir uns am Morgen erst einmal Frust-Schoko-Pfannkuchen. Wir wollen heute hier in Pirita alles Notwendige besorgen (Benzin und wenn möglich eine Pumpe, mit der wir den Ölwechsel durchführen können) und dann versuchen von Land aus die Old City Marina zu erkunden um den Hafenmeister doch noch einen Liegeplatz aus den Rippen zu schnitzen. Also geht es nach dem Frühstück auf Erkundungstour. Während Silja mit den gefüllten Benzinkanistern auf Jan wartet, der im Segelshop nach einer Pumpe sucht, meldet sich Gert von der Gerrun. Jan kommt daraufhin grinsend zu Silja: wir können umziehen! Silja guckt ein wenig ungläubig, wie? Umziehen? Gert hat es doch geschafft uns in der Old City Marina ein Plätzchen zu organisieren. Wir sind total happy! Die Stimmung steigt schlagartig. So schnell waren wir sicher noch nie aus einem Hafen herausgefahren! Wir müssen noch zwei Fähren passieren lassen, dann erhalten wir über Kanal 14 die Erlaubnis in den Hafen einfahren zu dürfen. Dort entdeckt uns auch schon Uwe und wir fahren vor die Gerrun in die äußerste Ecke des Hafens. Toll! Wir sind total begeistert! Fritsjen ist zum Glück klein und so finden wir in (fast) jeder kleinen Ecke ein Plätzchen! Danke Gert, damit hast du unseren Tallinn-Aufenthalt gerettet. Denn auf unsere Reservierungsanfrage per Mail an die Old City Marina haben wir auch 12 Stunden später noch keine Antwort erhalten...

Nach den ersten Steg-Pläuschen mit Uwe und Conny sowie Gert und Gudrun erkunden wir zunächst die Facilities des Hafens. Uns erwarten traumhafte Duschen, WC, sogar eine Sauna gibt es. Zudem warten zwei große Waschmaschinen und ein Trockner auf unsere Wäsche. Besser kann es nicht sein. Wir genießen die Dusche und machen uns dann ganz gemütlich auf den Weg in die City. Dort lassen wir uns einfach treiben, schlendern durch die Straßen und Gassen, finden ein nettes Cafe und genießen den Ausblick von der Oberstadt aus. Uns gefällt es hier! Auch wenn unzählige Touristen die Stadt belagern und es entsprechend voll ist - wir genießen es! Auch stört uns der Jahrmarkt, der direkt neben der Marina tobt, überhaupt nicht! Ganz im Gegenteil, wir werden uns gleich mal in den Trubel begeben und ganz sicher noch zwei Tage Tallinn unsicher machen.